die vorgeschichte: wie alles hier begann

Die ehemalige Büdnerei an der Straminke, jenem Flecken auf einer früheren Insel östlich des heutigen Zingst, hatte nach der großen Sturmflut von 1625 als einziges von fünf bäuerlichen Anwesen der Kraft der Natur getrotzt und auch die Flut von 1872 überstanden. Im Jahr 1926 erwarb das Ehepaar Gudrun, geborene Fulda, und Martin Koerber dieses Stück Land und baute es zu einer beliebten Familienpension aus. Beim Anblick der frisch gedeckten Rohrdächer von Seeseite, die da so stolz mit ihren Firsten über den Deich lugten, entstand der neue Name »KIEK ÖVER« (hochdeutsch »Guck über«) und wurde bald zu einem Begriff, der durchaus auch in übertragenem Sinn verstanden werden kann.

Der Hof in unmittelbarer Nähe des Deiches, hinter Düne und steinfreiem Strand, erlebte seine Blütezeit in den 1930er Jahren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, Zingst war nun Teil der sowjetischen Besatzungszone, später der DDR, erweiterte die Säuglings- und Kinderkrankenschwester Karin Koerber die Gebäudegruppe zu einem Kinderkurheim. Einige der Häuser mussten nach der Enteignung von 1959 der Deichverstärkung und dem Bau der neuen Straße weichen.

Dreieinhalb Jahrzehnte später erfolgte die Rückgabe an die Gründerfamilie und der Rat der Gemeinde Zingst entsprach ihrem Wunsch, den Namen KIEK ÖVER auf das ganze Areal der Liegenschaft an der charakteristischen Biegung der Landstraße nach Müggenburg zu übertragen. Dort entstand sukzessive im nördlichen Teil das individuelle, ökologisch orientierte Wohngebiet mit der inzwischen vielen vertrauten Bezeichnung.

Sobald als möglich begann der Aufbau beziehungsweise die schrittweise Sanierung des ehemaligen Hofes. Der bestand inzwischen nur noch aus dem Hauptgebäude, das zu Wohnungen umgebaut war sowie einem Nebentrakt und dem Gartenhaus. Das um 1850 errichtete Haupthaus mit seiner Erweiterung von 1947 bildet nun, eingeschossig mit ausgebautem Steildach, den Maßstab für die Höhenentwicklung und die Dachform des benachbarten Neubaugebietes.

Über zweihundert zum Teil wertvolle Bäume wurden dort in den 1990er Jahren zunächst vermessen, um sie dann sorgsam zu erhalten. Sie geben heute der Siedlung ein besonderes Gepräge, wurden doch die neuen Häuser anstelle ausgedienter Sommer-Bungalows aus den 1960er Jahren immer mit Rücksicht auf den Baumbestand eingefügt. Aus der vorgefundenen Landschaft heraus ist die Umgebung der neuen Bauten gestaltet – möglichst schonend und eben gerade nicht als »Gärten«, wie man sie in den Vororten der Großstädte gewohnt ist.

Planungsmaxime für die Gliederung des Baugeländes war nicht, möglichst viele Wohneinheiten auf möglichst kleiner Fläche zu verdichten, sondern eine lockere, rhythmisch differenzierte Gruppe unterschiedlicher und doch verwandter Gebäude so miteinander zu verbinden, dass eine so nur hier denkbare, unverwechselbare, aus verschiedenen Grundstücken gebildete Gesamtheit entsteht.

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